Kürzlich habe ich in unserer Stadt dieses schöne Wandbild mit der gemalten Schnecke entdeckt. „Alles mit Bedacht“ – das spricht mich an. Ja, einfach mal langsamer unterwegs sein. Mich nicht hetzen lassen! Achtsamkeit – das ist mein neues Lebensmotto geworden.

Schon lange beobachte und fotografiere ich Schnecken in unserem Garten oder in der freien Natur. Schnecken bringen mich zum Staunen, faszinieren und interessieren mich. Gerne sammle ich unbewohnte Schneckenhäuser zur Dekoration oder zum Basteln.

Schnecken hinterlassen Spuren. Nicht nur Schleimspuren oder Fraßspuren, sondern auch Spuren einer neuen Sichtweise auf das Leben.

Das konnte ich auch beim Lesen des wunderbaren Buches „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ erfahren: Eine schwer erkrankte Frau – bereits seit Monaten an ihr Bett gefesselt – bekommt von ihrer Freundin einen Blumentopf mit einem wilden Veilchen. Dort lebt eine Schnecke. Es ist so leise und einsam in ihrem Zimmer, dass die Patientin intensive Beobachtungen machen kann. Dabei entdeckt sie Fraßspuren und auch Geräusche der Schnecke. Das weckt ihre Neugier, und sie fängt an, sich intensiv mit dem Thema Schnecke zu beschäftigen.

Manchmal zwingt uns eine Krankheit oder auch die Begegnung mit einer Schnecke zu einer neuen Wahrnehmung des Lebens. „Alles mit Bedacht“ – die Entdeckung der Langsamkeit.

Literaturhinweis: Elisabeth Tova Bailey, Das Geräusch einer Schnecke beim Essen, Piper Verlag

Text und Fotos: Eva-Christina Galanulis